Dr. Paul Thompson und Kollegen von der David
Geffen School of Medicine an der University of California in
Los Angeles analysierten sequentielle Gehirn-MRIs, die alle
zwei Jahre lang im Abstand von drei Monaten bei
Alzheimer-Patienten im Durchschnittsalter von 68,4 Jahren
aufgenommen worden waren. 14 gesunde Personen im Alter von
durchschnittlich 71,4 Jahren dienten als Vergleichsgruppe.
Die Videotechnik nutzt winzige Veränderungen des MRI
über die Zeit, um die sequentielle Zerstörung zunächst in den
temporalen und limbischen Bereichen des Kortex zu
demonstrieren. Danach werden die frontalen und occipitalen
Gehirnbereiche in Mitleidenschaft gezogen. Der sensomotorische
Kortex dagegen bleibt weitgehend ausgespart. Beeinträchtigt
war vor allem die linke Hemisphäre. Die im Bild feststellbaren
wachsenden Defizite korrelierten mit der progressiven
Verschlechterung des kognitiven Status (p kleiner 0.0006) und
spiegelten zugleich die Anhäufung neurofibrillärer Strkturen
in den betroffenen Regionen wider, die man bei der Autopsie
beobachten kann. Zwei Jahre nach Studienbeginn war praktisch
das ganze Gehirn betroffen mit Ausnahme des visuellen Kortex
und anderer Gebiete, die ausgespart blieben.
Während
die Probanden der Vergleichgruppe lediglich 0,9 Prozent an
grauer Hirnsubstanz pro Jahr verloren, waren dies in der
Gruppe der Alzheimer-Patienten 5,3 Prozent. In der linken
Hemisphäre war der Substanzverlust signifikant schneller (p
kleiner 0.029). Gehirnregionen, welche Gedächtnisfunktionen
repräsentieren, zeigten sogar einen Verlust von bis zu zehn
Prozent grauer Hirnsubstanz pro Jahr. Während die frontalen
Hirnregionen zu Beginn der Erkrankung fast gänzlich ausgespart
blieben, verloren sie im späteren Stadium der Erkrankung mit
bis zu 15 Prozent wesentlich schneller an grauer Hirnmasse als
die anderen Bereiche.
MEDICA.de; Quelle: Journal of
Neuroscience 2003, Vol. 23, S.
994-1005 |