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AVK häufiger als gedacht
13/02/2003
Etwa ein Drittel der 6.880 über 65-jährigen Teilnehmer der Studie "getABI" (German Trial on Ankle Brachial Index) leiden an der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (AVK), der koronaren Herzkrankheit oder cerebrovaskulären Erkrankungen.
Die Studie wird in 344 Praxen durchgeführt, die Auswertung erfolgt in der Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie der Ruhr-Universität Bochum.

Mit herkömmlichen Untersuchungsmethoden werden nur die Hälfte der AVK-Fälle richtig diagnostiziert. Verlässliche Daten zur Häufigkeit der AVK in der deutschen Bevölkerung fehlten deshalb bisher. Die Studie "getABI" ermittelt zum einen die tatsächliche Häufigkeit der AVK bei Patienten über 65 Jahren anhand des Knöchel-Arm-Index (Ankle Brachial Index, ABI). Dazu messen sie den Blutdruck an der Pulsader und in der unteren Wadenregion und vergleichen diese Werte. Erstes Ergebnis: Etwa jeder fünfte untersuchte Patient hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine AVK.

Zusätzlich zu dieser Querschnittuntersuchung gehört zu "getABI" eine Längsschnittstudie: Über drei Jahre hinweg werden die Teilnehmer immer wieder untersucht und ihr Gesundheitszustand wird verfolgt. Dabei geht es vor allem darum, ein Risikoprofil für AVK-Patienten zu bestimmen. Dazu gehören die Wahrscheinlichkeit von Herzinfarkt und Schlaganfall sowie ihre Sterblichkeit im Vergleich zu Patienten ohne AVK. Wichtiges Anliegen von „getABI“ ist es außerdem, das Problembewusstsein der Ärzte zu ermitteln. Sie füllen dazu einen Awareness-Fragebogen aus. Basierend auf diesen Daten hoffen die Forscher, rationale Maßnahmen zur Vorsorge und Therapie der AVK ableiten zu können.

Um qualitativ hochwertige und repräsentative Daten zu erhalten, wurden für "getABI" die 344 beteiligten Praxen besonders sorgfältig ausgewählt: Ihre geografische Verteilung und das Verhältnis von Allgemeinärzten zu Internisten entspricht den Verhältnissen in ganz Deutschland.

MEDICA.de; Quelle: getABI

Spezialtraining vermindert Kreuzbandrisse
13/02/2003
Ein spezielles neuromuskuläres und proproceptives Training kann die Quote an Kreuzbandrissen um bis zu 74 Prozent reduzieren.
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Wie springe ich richtig?
Das zeigt eine Studie der Santa Monica Orthopaedic and Sports Medicine Research Foundation in Kalifornien. An dieser Untersuchung nahmen Fussballerinnen teil, von denen man weiß, dass sie bis zu achtfach häufiger einen Riss der Kreuzbänder erleiden als ihre männlichen Kollegen. Die Wissenschaftler in Kalifornien entwickelten ein Programm namens „Prevent Injury Enhance Performance Program“ (PEP). Grundlage des Programms sind spezielle Übungen zur Dehnung, Knie- und Oberschenkelbeugung und Dehnungen. Außerdem wird den jungen Spielerinnen beigebracht, beim Hochspringen mit er richtigen Beinhaltung auf dem Boden zu landen und möglichst knieschonend zu laufen.

Die Vermittlung der Übungen läuft recht simpel: Ein 20-minütiges Videoband enthält alles Wesentliche, wird dem Trainer überreicht, der es dann seiner weiblichen Mannschaft vorspielt. Getestet wurde das Programm in einem Sommer-Trainingslager für Fußballerinnen. Die Teilnahme war freiwillig. Nicht teilnehmende Mannschaften dienten als Kontrollgruppe. Das Trainingsprogramm wurde danach drei Mal wöchentlich durchgezogen und die Ergebnisse während der Saison 2000 und 2001 verfolgt.

In der Saison 2001 rissen bei vier von 844 Fußballerinnen die Kreuzbänder. In der Kontrollgruppe jedoch bei 32 Damen von 1.913. Auf der Basis dieser Ergebnisse wollen die Centers for Disease Control and Prevention und die National Collegiate Athletic Association diese Untersuchung mit Basketballerinnen wiederholen, wie die PEP-Studienleiterinnen auf dem 70. Jahreskongress der American Academy of Orthopaedic Surgeons in New Orleans berichteten. Experten unterstützten die positiven Ergebnisse des PEP-Trainings mit dem Hinweis, dass Balletttänzerinnen kaum Kreuzbandrisse aufweisen, obwohl sie ständig springen. Grund dafür: eine optimale Sprungtechnik.

Bild: Mit dem richtigen Training bleiben die Kreuzbänder heil; © obs/Siemens

MEDICA.de; Quelle: 70. Jahreskongress der American Academy of Orthopaedic Surgeons 2003, New Orleans

Der Mikro-Mental-Test tut es auch
12/02/2003
Der Mikro-Mental-Test zeigt im ambulanten Bereich eine Spezifität, Sensitivität und Reliabilität bezüglich der Erkennung von Demenzerkrankungen, die im Vergleich zum Mini-Mental-State durchaus befriedigend sind.
Im ambulanten Bereich bleiben demenzielle Syndrome oft unerkannt. Der Mikro-Mental-Test ist ein in Kurzverfahren zum Screening bei Verdacht auf eine demenzielle Erkrankung. Er wurde in Anlehnung an die Mini-Mental-Status-Untersuchung (MMSE) entwickelt. In einer Studie wurden die Reliabilität und die diagnostische Validität einer deutschsprachigen Version (Mikro-Mental-Test) untersucht.

20 stationäre gerontopsychiatrische Patienten (mittleres Alter 74,8 Jahre), 55 Patienten einer Gedächtnissprechstunde (mittleres Alter 71,9 Jahre) und 27 gesunde ältere Kontrollpersonen (mittleres Alter 68,5 Jahre) wurden mittels der MMSE und des Mikro-Mental-Tests untersucht. Als Außenkriterium diente die Diagnose nach ICD-10. Die Durchführung des Mikro-Mental-Tests dauerte im Mittel acht Minuten, für die MMSE wurden durchschnittlich 15 Minuten benötigt. Testwiederholungsanalysen zeigten eine befriedigende Reliabilität. Analysen der Sensitivität und Spezifität ergaben für den Mikro-Mental-Test Parameter diagnostischer Güte, die mit der MMSE vergleichbar sind. Für den ambulanten Bereich stellt der Mikro-Mental-Test aufgrund seiner Kürze und seiner diagnostischen Güte ein geeignetes Instrument zum Demenzscreening dar.

Buchtipp:
Den Mini-Mental-State und andere Testmethoden zur Diagnostizierung beschreibt das Buch "Demenzen", das in der zweiten Auflage erschienen ist. Natürlich ist auch das große Feld der Pathologie und Therapie dieses Erkrankungsbildes abgehandelt. Viel Raum haben die Autoren den pflegerischen, ethischen und rechtlichen Aspekten der Behandlung Demenzkranker eingeräumt. Zum umfassenden Ansatz des Buches gehört auch eine ausführliche Liste von Selbsthilfegruppen. Das Buch zeigt in seiner Gliederung ein angenehmes Druckbild; mit unterlegten Merksätzen und zahlreichen Tabellen und Schemata.

Demenzen; 2. aktualisierte und erweiterte Auflage, Thieme Verlag Stuttgart 2003, 162 Seiten mit 29 Abbildungen, ISBN 3-13-107632-1, 39,95 Euro

MEDICA.de; Quelle: Nervenarzt 2002, Vol. 73, S. 839-844

Hormonersatz schützt möglicherweise vor Diabetes
12/02/2003
Daten zeigen, dass die Hormonersatztherapie (Hormone Replacement Therapy: HRT) möglicherweise bei Frauen mit koronarer Herzkrankheit das Risiko eines Diabetes mellitus Typ 2 um bis zu 35 Prozent senken kann.
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Nimmt sie Hormone?
2.763 postmenopausale Frauen mit koronarer Herzkrankheit nahmen an 20 amerikanischen Zentren an einer klinisch kontrollierten Studie teil, die den Einfluss der HRT auf den Nüchtern-Blutzuckerwert sowie die Diabetes-Inzidenz aufzeigen sollte. Zu Beginn der Studie waren 734 Frauen an Diabetes erkrankt. Alle Frauen erhielten über einen Zeitraum von durchschnittlich 4,1 Jahren entweder 0,625 Milligramm konjugiertes Östrogen sowie 2,5 Milligramm Progesteron pro Tag – oder Placebo. Zu Beginn der Studie, nach einem Jahr und am Ende der Studie wurde der Nüchtern-Blutzuckerwert gemessen. Das neue Auftreten eines Diabetes mellitus wurde definiert durch das Auftreten von Diabetes-Komplikationen oder Nüchtern-Blutzuckerwerte von mehr als 6,9 mmol/l (mehr als 126 mg/dl) oder den Beginn einer Therapie mit Antidiabetika.

Innerhalb des Beobachtungszeitraums stieg der Nüchtern-Blutzuckerwert bei Frauen unter Placebo signifikant an, veränderte sich bei den Frauen unter HRT jedoch nicht. Die Inzidenz eines Diabetes betrug in der Placebo-Gruppe 9,5 Prozent versus 6,2 Prozent in der HRT-Gruppe (p=0.006). Rein rechnerisch müssen 30 Frauen mit HRT behandelt werden, um einen Fall von Diabetes mellitus zu vermeiden.

Trotz dieser ermutigenden Ergebnisse wollen die Studienautoren die Hormonersatztherapie nicht generell zur Sekundärprophylaxe von Herz-Kreislauferkrankungen empfehlen. Dazu sei die Datenlage noch zu dünn, schreiben sie. Dem steht auch das möglicherweise erhöhte Mamma-Karzinom-Risiko unter HRT entgegen.

Bild: Wenn Sie Hormone nimmt, bleibt sie vielleicht von Diabetes verschont; ©: PictureDisk/Keith Brofsky

MEDICA.de; Quelle: Annals of Internal Medicine 2002, Vol. 138, S. 1-9

Niedrige Sexualhormone machen prämenopausalen Frauen zu schaffen
11/02/2003
Hypothalamische Hypoöstrogenämie ist nach einer neuen Studie bei prämenopausalen Frauen ein Risikofaktor für die Koronare Herzkrankheit (KHK).
Bei 95 Frauen in der Prämenopause, die an der "Women’s Ischemia Syndrome Evaluation"(WISE)-Studie des US-amerikanischen National Heart, Lung, and Blood Institute teilnahmen, wurden in verschiedenen Speziallabors die Blutspiegel an Sexualhormonen bestimmt. Außerdem untersuchte man angiographisch, ob eine Koronare Herzkrankheit vorlag.

Prämenopausale Frauen mit einer angiographisch nachweisbaren Koronaren Herzkrankheit (13 der 95 Frauen) hatten signifikant niedrigere Spiegel an Östrogen, biologisch verfügbarem Östrogen und Follikel-stimulierendem Hormon (FSH; für alle: p kleiner 0.05) als Frauen ohne KHK. Hypothalamische Hypoöstrogenämie (Östradiolspiegel kleiner 184pmol/l, FSH kleiner 10 IU/l, LH kleiner 10 IU/l) war unter den prämenopausalen Frauen mit KHK signifikant häufiger als bei den Frauen ohne angiographisch nachweisbare KHK (69 Prozent versus 29 Prozent, p kleiner 0.01). Hypothalamische Hypoöstrogenämie war der wichtigste Prädiktor einer angiographisch nachweisbaren KHK (p kleiner 0.008) Die regelmäßige Einnahme anxiolytischer, beziehungsweise hypnotischer oder antidepressiver Medikation waren ein unabhängiger Vorhersagewert für eine hypothalamische Hypoöstrogenämie.

Nicht überraschend war ein Diabetes mellitus in der Gruppe der prämenopausalen Frauen mit KHK häufiger als in der Gruppe der Frauen ohne KHK. Solche Frauen haben zudem mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eine hypothalamische Hypoöstrogenämie. Dies könnte erklären, warum Diabetikerinnen ein vergleichsweise höheres kardiales Risiko haben als Männer.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American College of Cardiology 2003, Vol. 41, S. 413-419

Antioxidantien stärken die Abwehr
11/02/2003
Einiges spricht dafür, schwer kranken Patienten Antioxidantien zuzugeben.
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Sind auch Antioxidantien drin?
Nutzen Antioxidantien schwer kranken chirurgischen Patienten? Diese Frage stellte sich eine US-amerikanische Studie der University of Washington in Seattle. 595 Patienten aus dem allgemeinchirurgischen (neun Prozent) und traumatologischen Bereich (91 Prozent) nahmen daran teil. Randomisiert erhielten sie entweder Antioxidantien (Alpha-Tocopherol und Vitamin C) oder eine Standardtherapie. Aus ethischen Gründen erhielten auch Patienten der Kontrollgruppe mit ihrer enteralen Nahrung Vitamin-Supplemente, jedoch in weit geringerer Dosierung. Oxidativen Stress hat man mit der Entwicklung eines akuten respiratorischen Ereignisses (Acute Respiratory Distress Syndrome: ARDS) und dem Multiorganversagen in Verbindung gebracht. Studienendpunkte waren daher die pulmonale Morbidität (kombiniertes Risiko aus ARDS und nosokomialer Infektion) und multiples Organversagen (MOV). Außerdem steigern schwindende Antioxidantien-Reserven im Körper die Anfälligkeit für Infektionen.

Die Patienten, denen man Antioxidantien zugab, hatten ein deutlich erniedrigtes Risiko für pulmonale Morbidität (relatives Risiko: 0,81). Auch Multiorganversagen war in dieser Patientengruppe deutlich seltener (relatives Risiko: 0.43). Generell blieben solche Patienten kürzer beatmungspflichtig und konnten früher aus der Intensivstation entlassen werden als Patienten mit normaler Antioxidantiendosis. Dieses Ergebnis spricht für die Anwendung hoch dosierten Alpha-Tocopherols und der Ascorbinsäure bei schwer kranken chirurgischen und Intensivpatienten.

Allerdings konnte die Antioxidantiengabe die Gesamtdauer des Krankenhausaufenthaltes nicht verkürzen. Eine deutliche Schwäche der Studie ist zudem die Tatsache, dass die Ärzte nicht verblindet waren. Sie wussten also, welcher der Patienten Antioxidantien bekam, und welcher nicht.

Bild: Mit zugesetzten Antioxidantien könnte es dem Patienten wahrscheinlich noch besser helfen; © PictureDisk/Keith Brofsky

MEDICA.de; Quelle: Annals of Surgery 2002, Vol. 236, S. 814-822

Fortschreiten der Alzheimerkrankheit erfolgreich abgebildet
11/02/2003
Forscher aus Australien und den USA haben hochauflösende Abbildungen erzeugt, die zeigen, wie der Gewebeverlust in den Gehirnen von Alzheimerpatienten voranschreitet.
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© University of California,
Los Angeles
Die Darstellungen helfen, den Verlauf der Krankheit zu verstehen und Behandlungs-erfolge abzubilden. Die Wissenschaftler der University of Queensland und der University of California at Los Angeles (UCLA) fanden heraus, dass der Verlust grauer Substanz sich mit der Zeit von den Gedächtnis- und Sprachbereichen des Gehirns auf die vorderen und weiter hinten gelegenen Regionen ausbreitete. Gehirnbereiche, die an motorisch-sensorischen Funktionen beteiligt sind, blieben dagegen weitestgehend verschont, insgesamt war der voranschreitende Gewebeverlust in der linken Gehirnhälfte größer als in der rechten.

Die neuartigen Abbildungsmethoden, die in der Studie eingesetzt wurden, können gegenüber traditionellen Methoden voraussichtlich als geeigneter biologischer Indikator bei klinischen Versuchen zu neuen Behandlungen fungieren.

Die australischen Wissenschaftler lieferten hochauflösende Kernspintomographie-Daten von Alzheimerpatienten und normalen älteren Personen. Aus diesen Ergebnisse erzeugten Forscher der UCLA farbkodierte Abbildungen, die den degenerativen Ablauf der Alzheimerkrankheit aufzeigten, wobei sie feststellen konnten, dass das Voranschreiten des Verlusts grauer Substanz stark mit dem zunehmenden Verlust kognitiver Funktionen korrelierte.

Paul Thompson, Professor für Neurologie an der UCLA, entwickelte die neuen Hirnabbildungsmethoden und wandte diese auf die Kernspintomographie-Daten an. „Diese Arbeit birgt enorme Hoffnungen, jene genetischen und intervenierenden Faktoren aufzudecken und zu verstehen, die das Voranschreiten der Krankheit beeinflussen," kommentiert er die Forschungsergebnisse.

Die Ergebnisse erschienen in der Februar-Ausgabe des Magazins Neuroscience.

MEDICA.de, Quellen: Australischer Hochschulverbund IDP / Institut Ranke-Heinemann , University of California at Los Angeles

Vitamin A macht den Knochen brüchig
10/02/2003
Ein hoher Vitamin A-Spiegel erhöht das Risiko für Knochenfrakturen, vor allem Oberschenkelhalsbrüche.
Epidemiologische und Studien am Tiermodell haben den Verdacht geweckt, dass eine hohe Einnahme von Vitamin A das Risiko für Knochenfrakturen erhöht, indem Vitamin A den Neuaufbau von Knochen behindert. Bislang wurden aber keine biologischen Marker des Vitamin-A-Status gefunden, welche einen Hinweis auf das Frakturrisiko geben könnten.

Daten kommen nun von einer prospektiven Studie der Universität Uppsala, Schweden, mit 2.322 Männern zwischen 49 und 51 Jahren. Zu Studienbeginn untersuchte man deren Serum-Retinol- und Beta-Karotin-Spiegel. Im Laufe des 30-jährigen Follow-Up traten bei 266 Männern Frakturen auf. Eine Analyse des Zusammenhangs zwischen Serum-Retinol-Spiegel und Frakturhäufigkeit ergab: Das Frakturrisiko war bei jenen Männern am höchsten, welche die höchsten Serum-Retinol-Spiegel aufwiesen. Für Männer in der höchsten Quintile des Serum-Retinol-Spiegels (größer 75,62 Mikrogramm/Deziliter) war das Risiko für irgendeine Fraktur im Vergleich zu Männern in der mittleren Quintile (62,16 Mikrogramm/Deziliter) um 64 Prozent erhöht. Und in Bezug auf Oberschenkelhalsbrüche lag die Risikoerhöhung sogar bei 147 Prozent. Lag der ursprüngliche Serum-Retinol-Spiegel bei mindestens 103,12 Mikroramm/Deziliter, war das Risiko im Vergleich zu den Männern mit geringeren Serum-Retinol-Spiegeln sogar um das siebenfache erhöht. Der Spiegel des Beta-Karotins, eines Vorläufers des Vitamin A, zeigte keinerlei Einfluss auf die Frakturhäufigkeit.

Vor diesem Hintergrund fordern die Studienautoren, Ernährungsempfehlungen und die weit verbreitete Praxis, Nahrungsmitteln Vitamin A zuzusetzen sowie die Zusammensetzung von Multivitaminpräparaten kritisch zu überdenken.

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2003, Vol. 348, S. 287-294

Viele Intensivpatienten kommen wieder auf die Beine
10/02/2003
Patienten, die auf einer Intensivstation gelegen haben, erfreuen sich drei Monate nach Entlassung in der Regel einer deutlichen Verbesserung ihres Gesundheitszustandes, so dass sie wieder ihren Alltag meisten können.
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Das wird wieder!
Dr Stephen Matchett vom Lehigh Valley Hospital and Health Network in Allentown, USA, berichtete von einer Untersuchung mit 103 Patienten. Alle hatten vor ihrer Einlieferung ins Krankenhaus zu Hause völlig unabhängig gelebt und sich alleine versorgen können. In der Klinik lagen sie mindestens 24 Stunden lang auf der Intensivstation. Zum Zeitpunkt der Entlassung der Patienten aus dem Krankenhaus und 90 Tage später wurden sie mit Hilfe des Functional Independence Measure (FIM) untersucht, um den funktionellen Status zu erheben. Den Grad der Alltagsfunktionalität der Patienten ermittelten die Untersucher mit dem gleichen Fragebogen. Die Patienten wurden gebeten, ihn auszufüllen.

Der Punktwert vor der Einlieferung ins Krankenhaus belief sich auf durchschnittlich 120,68. Zum Zeitpunkt der Entlassung aus dem Krankenhaus lag er bei 75,3, erholte sich aber bis 90 Tage nach der Entlassung wieder auf 112,6 Punkte (p kleiner 0.05).

Insgesamt zeigen diese Ergebnisse, dass ehemalige Intensivpatienten zum Zeitpunkt ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus in ihrer Alltagsfunktionalität mäßig eingeschränkt sind, sich im Laufe von 90 Tagen aber so weit erholen können, dass sie ihren Alltag wieder alleine zu meistern in der Lage sind.

Allerdings hatten sich 45 Prozent der Patienten, die dazu in der Lage gewesen wären, geweigert an der Untersuchung teilzunehmen. Weitere 20 Prozent der Studienteilnehmer beendeten die Untersuchung nicht. Es ist also nicht auszuschließen, dass sich bei dieser Studie ein Selektionseffekt ergeben hat und nur besonders starke Persönlichkeiten bereit waren, bis zum Ende Auskunft zu geben.

Bild: Nach der Entlassung aus der Intensivstation können die meisten Patienten wieder ihren Alltag meistern.; © PictureDisk/Keith Brofsky

MEDICA.de; Quelle: 32. Kongress der Society of Critical Care Medicine 2003

Tamoxifen und Raloxifen können dem Mammakarzinom vorbeugen.
09/02/2003
Tamoxifen kann offenbar nicht nur zur Therapie des Mammakarzinoms eingesetzt werden, sondern auch zur Prophylaxe bei Hochrisiko-Patientinnen.
Das zeigt eine Meta-Analyse von fünf Studien, in denen bei insgesamt mehr als 40.000 Frauen Tamoxifen oder Raloxifen gegen Placebo zur Prophylaxe des Mammakarzinoms eingesetzt wurde. Insgesamt ergab sich unter Tamoxifen bezüglich des Mammakarzinoms eine Risikoreduktion um 38 Prozent (p kleiner 0.0001). Dies gilt aber offenbar nur für Östrogen-Rezeptor-positive (ER+)-Tumoren, bei denen sich eine Risikoreduktion um 48 Prozent errechnete (p kleiner 0.0001), während Östrogen-Rezeptor-negative (ER-)-Tumoren von der prophylaktischen Tamoxifengabe unbeeinflusst blieben. Das Alter hatte keinen nennenswerten Einfluss auf das Ergebnis. Allerdings erhöhte sich unter Tamoxifen die Rate der Endometrium-Karzinome signifikant (relatives Risiko: 2,4; p gleich 0.0005).

Raloxifen dagegen birgt dieses Risiko nicht. Dieser Wirkstoff kann die Inzidenz des Mammakarzinoms möglicherweise noch stärker senken als Tamoxifen. Die Rate an venösen Thromboembolien erhöht sich unter Tamoxifen wie auch Raloxifen (relatives Risiko: 1,9; p kleiner 0.0001). Die Gesamtmortalität außerhalb der Mammakarzinome blieb unter beiden Wirkstoffen unbeeinflusst.

Dies zeigt nach Ansicht der Studienautoren deutlich, dass Tamoxifen das Risiko für ein ER+-Mammakarzinom deutlich senken kann. Dennoch wollen die Autoren den Wirkstoff nicht grundsätzlich für die Prophylaxe empfehlen, außer bei bestimmten Gruppen von Frauen mit stark erhöhtem Risiko. Welche Gruppen dies seien, müssten weitere Studien zeigen. Bezüglich der unerwünschten Nebenwirkungen schlagen die Autoren eine geringere Dosis oder den Einsatz von Acetylsalicylsäure vor.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2003, Vol. 361, S. 296-300

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