
Los Angeles (pte) - Gehirnforscher der University of California (UCLA) haben mit einem neuen leistungsstarken Analyseverfahren erste Bilder von der Zerstörung des Gehirns durch eine Schizophrenie-Erkrankung hergestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass eine dynamische Welle der Gewebezerstörung das Gehirn der Patienten im Teenager-Alter überflutet. Diese Erkenntnisse sollen in Zukunft ermöglichen, einen anormalen Gewebeverlust früher zu entdecken. Neue Medikamente könnten den Gewebeverlust bekämpfen. Fortschritte in der Behandlung würden in der Folge mit Hilfe des bildgebenden Verfahrens direkt messbar.
Der leitende Wissenschaftler Paul Thompson erklärte, dass diese Studie erstmals die Entwicklung der Schizophrenie im Gehirn sichtbar macht. "Es war bis jetzt nicht genau bekannt, wie sich die Krankheit entwickelt und ob es zu physikalischen Veränderungen im Gehirn kommt. Wir waren erstaunt, eine sich ausbreitende Welle des Gewebeverlusts zu entdecken, die in einer kleinen Gehirnregion ihren Ausgang nahm. Sie breitete sich über das Gehirn wie ein Waldbrand aus, der immer mehr Gewebe zerstörte." Proceedings of the National Academy of Sciences.
Das UCLA-Team scannte gemeinsam mit Forschern des National Institute of Mental Health http://www.nimh.nih.gov mit einem bildgebenden Verfahren wiederholt die Gehirne einer Gruppe von an Schizophrenie erkrankten Teenagern. Das neue Kernspinresonanztomografie-Verfahren identifiziert bereits sehr geringe Veränderungen im Gehirn. Es zeigte sich ein Verlust an grauer Substanz von mehr als zehn Prozent zuerst in den seitlichen Regionen des Gehirns. Innerhalb von fünf Jahren wurde das gesamte Gehirn in Mitleidenschaft gezogen. Die Patienten mit dem größte Gewebeverlust litten an den schwersten Symptomen wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen, bizarren und psychotischen Gedanken, Stimmenhören und Depressionen. Die genauen Auslöser für eine Schizophrenie-Erkrankung sind derzeit nicht bekannt. Die Krankheit beginnt in den meisten Fällen ohne Vorwarnung in den späten Jugendjahren.